Die Goju Ryu Stammväter
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Kanryo Higaonna
Kanryo Higaonna wurde am 10. März 1851 in Naha, Okinawa geboren. Obwohl seine Familie prominenter Abstammung war, lebte sie in ärmlichen Verhältnissen. Sie verdienten ihren mageren Lebensunterhalt, indem sie mit einer Dschunke Feuerholz von Kerama nach Okinawa transportierten. Für sein Alter war er ziemlich klein, dafür aber sehr schnell und behend. Sehr früh zeigte er grosses Interesse für den Kampfsport. Durch Beobachtung des Trainings seines Vaters lernte er schnell, was auch seinem Vater nicht verborgen blieb, der ihn des öfteren ins Training mitnahm.
Mit 14 begann er chinesisches Kempo bei einem Lehrer des Fukienstils zu trainieren. Sein eigentliches Ziel war es jedoch nach China zu reisen, um dort die Kunst des Kampfes zu erlernen. 1866, mit erst 15 Jahren erfüllte sich sein Traum, als er es schaffte, einen Schiffseigner zu überzeugen, ihn nach China mitzunehmen.
Lehrmeister Ryu Ryuko
Im chinesischen Foochow angekommen, ergab sich bald die Gelegenheit seinem Ziel ein Stück näher kommen: er wurde Ryu Ryuko, einem Lehrmeister vorgestellt. Anfänglich durfte er jedoch nicht trainieren. Er musste den üblichen Weg gehen und seinem Meister dienen, indem er im Garten arbeitete und im Haus putzte. Nachdem er die Erwartungen seines Meisters erfüllt hatte, wurde er als Schüler angenommen. Tagsüber arbeitete er in der Bambus- Werkstatt Ryukos, abends trainierte er.
Das Training war, wie zu dieser Zeit üblich sehr streng und hart. Higaonna übte sich oft in der Sanchin Kata. Muskeltraining wurde durch einfaches Gewichtheben erreicht. Die Übungen verlangten ihren Preis aber sie zahlten sich bald aus, zumal Higaonna in kurzer Zeit den Ruf als begabtester Schüler Ryukos erlangte. Unter Ryuko erlernte er mehrere Stile des Ch'uan-fa (Kung-Fu), so den Stil des strahlenden Frühlings, den der. Gottesanbeterin, den des weissen Kranichs und Tai Chi Chuan. Ausdiesen Stilen filterte er später seine eigene Synthese des japanischen Karates heraus, den Ursprung des Goju-Ryu Karates.
Rückkehr nach Okinawa
Nach 13 Jahren kehrte er nach Okinawa zurück. Er arbeitete wieder in seinem alten Beruf und unterrichtete nebenbei. Seine Reputation wuchs aber rasch, da viele Seemänner, die von China kamen, Geschichten über seine dortigen Erfolge mitbrachten. Es dauerte nicht lange, da wollten viele seine Schüler werden. Sein Training war so hart, wie er es gelernt hatte und von den vielen, die bei ihm begonnen hatten, war es nur wenigen vergönnt, lange weiterzumachen.
1905 begann er an einer öffentlichen Mittelschule zu unterrichten. Zu dieser Zeit wurde er auf Okinawa bereits als der beste Karateka neben Anko Itosu gehandelt. Higaonnas Hinterlassenschaft war sein unvergleichlicher Stil: der Naha-Te Stil (die Hand von Naha) benannt nach seinem Geburtsort. Am 23. Dezember 1915 starb Kanryo Higaonna im Alter von 63 Jahren. Seine Legende lebte aber durch seinen Schüler Chojun Miyagi weiter.