Was ist Dentokan

 

Dentokan vereint fünf verschiedene Kampfkünste in einem großen Ganzen. Diese fünf Kampfkünste unterstützen und ergänzen sich gegenseitig. Sie vereinen die waffenlose und die bewaffnete Selbstverteidigung in den drei Kampfdistanzen. Jede der Kampfkünste hat ihre Schwachstelle, welche durch eine andere wieder ausgeglichen wird. Dies macht Dentokan so einzigartig und vollständig. Dentokan vermittelt eine ethisch korrekte Grundhaltung und eine Orientierung am persönlichen Fortschritt und verhilft so zu mehr Selbstbewusstsein und Erfolg, auch im Berufs- und Privatleben.

 

Mit Ju-Jutsu und Iaijutsu werden bei Erwachsenen die Flexibilität, die Koordination und die geistige Präsenz gefördert. Der Körper wird trainiert, ohne dass eine Anstrengung speziell angestrebt wird. Die Stabilität und Kreativität, welche über die Kampfkunst angeeignet wird,

 

überträgt sich auf die physische und psychische Standfestigkeit im Alltag und trägt zu einer größeren Zufriedenheit bei. Die Kampfkünste können bis ins hohe Alter ausgeübt werden und verjüngen Geist, Körper und Seele.

 

Bei Kindern kann mit Goju-Ryu Karate die Koordination, die Schnelligkeit, das Gleichgewicht, die Kraft und die Freude an der Bewegung geschult werden. Das Vorbild des Meisters motiviert die Kinder zu Höchstleistungen, was sie stolz auch in ihren persönlichen Alltag mitnehmen. Sie werden selbstbewusster und eigenständiger in ihrer Persönlichkeit. Sie erleben Spaß mit den Kolleginnen und Kollegen im Training, ebenso wie mit ihrem Meister. Trotzdem erkennen sie durch die richtige Führung die Ernsthaftigkeit des Trainings.

 

Dentokan bietet den Schülerinnen und Schülern eine Ausbildung in den traditionellen Kampfkünsten, welche als weltweit anerkannte Karriere bezeichnet werden kann. Die Graduierungen und Auszeichnungen mittels der Farb- und Schwarzgurt-Diplome sind klar strukturiert und zeigen das jeweilige Können und die Erfahrung eines Kampfkünstlers an.

 

Was ist Dentokan NICHT
Dentokan ist kein moderner Kampfsport, sondern jahrhundertealte Kampfkunst,
• Dentokan ist keine Demonstration der eigenen Stärke. Im Gegenteil wird man sich der eigenen Schwächen bewusst und erlernt den kontrollierten Umgang mit ihnen.
• Dentokan ist keine Neuentwicklung eines Meisters, sondern die Weitergabe und Lehre von über Jahrhunderte auf dem Schlachtfeld entwickelten und bewährten Techniken und Strategien.

 

DENTOKAN JUJUTSU
von Roy Jerry Hobbs

 

Um den Dentokan Stil Ju-Jutsu zu verstehen, sollte man vorerst ins alte Japan reisen. Dieses Zeitalter war der Beginn einer der berühmtesten Ju-Jutsu Schulen Japans. Der Stil trug den Namen Daito-Ryu.

 

Im Buch „The Hidden Roots of Aikido: Aiki Ju-Jutsu Daito-Ryu“ (Seite 13-14) beschreibt Shiro Omiya die Geschichte des Daito-Ryu folgendermaßen: „Man glaubt, dass das Daito-Ryu seinen Ursprung in der Familie des Kaisers Seiwa nahm (herrschte 858-876 n. Chr.) und welcher die Kampfkunst an einen seiner Nachkommen Shinra Saburo Minamoto no Yoshimitsu (11. Jahrhundert) weitergab. Yoshikiyo, sein ältester Sohn ließ sich in der Stadt Takeda in der Provinz Koma nieder (die heutige Provinz Yamanashi) und gründete dort den Takeda-Seitenast des Minamoto Klans. Yoshimitsu gab die Tradition der Daito- Ryu Kampfkunst an die nachfolgenden Generationen der Takeda Familie auf geheime Weise weiter. Es war nicht vor dem 19. Jahrhundert, als das Kampfkunst Genie Sokaku Takeda, das Daito-Ryu erstmals in der Öffentlichkeit weitergab – von da an wurde die Kunst weiträumig bekannt.“

 

Sokaku Takeda hatte viele Schüler ausgebildet. Unter seinen Schülern war auch Toshimi (Hosaku) Matsuda. Toshimi (Hosaku) Matsuda war der erste und bedeutendste Daito-Ryu Meister von Yoshiji Okuyama (1901-1987). Yoshiji Okuyama wurde hinterher für eine kurze Zeit direkter Schüler von Sokaku Takeda. Dies ist deshalb wichtig, weil später Okuyama aus dem Daito-Ryu seine eigenen Ryu/ha (Stile/Methoden) entwickelte und daraus die Kunst des Hakko-Ryu Ju-Jutsu entstand.

 

Yoshiji Okuyama lernte zusätzlich zu dem Daito-Ryu Ju-Jutsu das Iaijutsu (die Kunst des schnellen Schwertziehens), Kenjutsu (Schwertkampfkunst), Jojutsu (kurzer Stock), Kusarigama-Jutsu (die Kunst der Sichel und Kette), So-Jutsu (Lanzenkampfkunst) und Kyu-Jutsu (Kunst des Bogenschießens). Genauso bedeutend war, dass er die fernöstliche Medizin studierte. Dieses Studium beeinflusste auch die Entwicklung seines eigenen Ju-Jutsu Stils.

 

Yoshiji Okuyama erhielt 1936 seine Instruktor-Lizenz im Daito-Ryu und gründete 1938 seine eigene Daito-Ryu Schule. Er war ein Nationalist und unterstützte das japanische Kaiserreich und dessen Leitbild. Im Jahr 1941, als auch der Angriff auf Pearl Harbor stattfand, gründete er seine eigene Hakko-Ryu Ju-Jutsu Schule. Der Hakko-Ryu Stil verbindet die physischen Techniken des Daito-Ryu mit den Elementen der fernöstlichen Medizin. Er war jedoch auch sehr verwurzelt in der staatlichen Religion jener Zeit. Als er das Hakko-Ryu Ju-Jutsu gründete, gab er sich, umrahmt durch eine Shinto-Zeremonie, den Namen “Ryuho”, was so viel wie heißt wie “das Rückgrat des Drachens”.

 

Hakko-Ryu bedeutet übersetzt der „Stil des achten Lichts“. Dieser Name kommt von der Tatsache her, dass es ein achtes Band im Lichtspektrum gibt. Dieses Lichtband ist deutlich schwächer als die anderen, fast unsichtbar, aber eigentlich äußerst kraftvoll, ähnlich den Röntgenstrahlen. Die Techniken des Hakko-Ryu sehen auf den ersten Blick ziemlich schwach aus, sind aber in Wirklichkeit sehr kraftvoll. Es ist ziemlich verbreitet zu glauben, dass ein Fehlen an ausladenden Bewegungen ein Fehlen von Kraft bedeute. Nichts konnte der Wahrheit entfernter liegen. Kleine, direkte, gut ausgeführte Techniken sind normalerweise weit effektiver als diejenigen, welche aus einer großen Anzahl verschwendeter Bewegungen bestehen. Dies gilt für nahezu alle Kampfkünste.

 

Die nationalistische Denkart von Yoshiji (Ryuho) Okuyama änderte sich mit dem Ende des Krieges. Nachdem das japanische Volk im Krieg grosses Leid erlitt, wurde auch Yoshiji (Ryuho) Okuyama friedliebend. Seine friedfertige Einstellung und seine neue Philosophie spiegelten sich auch in seinem Ju-Jutsu wieder. Somit bekam das Hakko-Ryu die neuen, charakteristischen Eigenschaften “kein Herausfordern, kein Entgegentreten und kein Verletzen”. Somit entfernte er sich von den skrupellosen Kampfsystemen, welche das Daito-Ryu und deren Ausläufer üblicherweise vertraten. Dieser friedfertige Ansatz wurde fortan auch im Ju-Jutsu gelehrt, welches im neuen Hakko-Ryu Hombu Dojo in Omiya, in der Provinz Saitama 1947 seine neue Niederlassung fand.

 

Ich begann im Jahr 1965 in den USA Hakko-Ryu zu studieren. Meine ersten Instruktoren waren Carl Miller, Dr. Roy L. Creasy, Jr. und der Pfarrer Clement Reidner. Ich nahm auch an Seminaren von James Benko teil. Im Jahr 1968 bekam ich im Hakko-Ryu Ju-Jutsu den Shodan und bildete mich im Hakko-Ryu, in anderen Ju-Jutsu Arten und im Judo weiter.

 

Von 1980-1983 lebte ich in Japan und lernte in der Hauptniederlassung (Hombu-Dojo) das Hakko-Ryu. Mein hauptsächlicher Instruktor war Yasuhiro Irie, der seit seiner Kindheit Schüler von Yoshiji (Ryuho) Okuyama war. Ebenfalls Großen Einfluss auf mich hatten Shuzan Segawa und Toshio Okuyama. Nach dreijährigem Studium in der Hauptniederlassung des Hakko-Ryu bekam ich mein Shihan Menkyo (Großmeister- Zertifikat). Das Zertifikat wurde mir von Yoshiji (Ryuho) Okuyama höchst persönlich überreicht.

 

Es war auch während derselben Zeit (1980-1983), als ich Aikido in einem Aikikai verbündeten Dojo in der Region von Tokyo studierte. Aikido interessierte mich insbesondere wegen der einzigartigen Beinarbeit. Obwohl Aikido wie auch Hakko-Ryu von der Quelle des Daito-Ryu stammen, ist das Hakko-Ryu viel direkter. Es war ein Großes Glück für mich, dass ich noch meinen Shodan in Aikido verdienen konnte, bevor ich zu meinem neuen Posten nach England abreiste. Während meiner drei Jahre in England gab ich Unterricht im Hakko-Ryu und profitierte sehr von meinen Aikido Kenntnissen. In England wollten die Aikido Studenten das Hakko-Ryu Ju-Jutsu erlernen. Somit verbreitete sich das Hakko-Ryu Ju-Jutsu in England ziemlich schnell über das ganze Land.

 

Im Jahr 1987 starb Yoshiji (Ryuho) Okuyama. Nach Okuyama’s Tod gründete Yasuhiro Irie, wie auch andere ältere Meister, seinen eigenen Stil. Er nannte sein Ju-Jutsu Stil KoKoDo, was so viel wie “kaiserlicher lichter Weg” bedeutet. Das war für viele keine Überraschung, weil Yasuhiro Irie über 25 Jahre der Chef Instruktor in des Hakko-Ryo Hombu Dojo (Hauptniederlassung) war. In dieser Zeit entwickelte er seinen eigenen Ansatz des Hakko-Ryu Ju-Jutsu.

 

Von 1997-1999 lebte ich erneut in Japan. Ich studierte erneut mit Yasuhiro Irie und wurde ein Teil seines KoKoDo Ju-Jutsu. Mit der höchsten Auszeichnung Menkyo Kaiden (Zertifikat der totalen Übertragung) verließ ich Japan. Kaiden kann auch wörtlich übersetzt werden als „alles bestanden“. Es kennzeichnet jemanden, der den gesamten Lehrplan des speziellen Ryu/ha erlernt hat.Mit Yasuhiro Iries Segen habe ich das Dentokan Ju-Jutsu geformt gerade noch bevor ich Japan verließ. Es nimmt seinen Ursprung in einem kontinuierlichen Strom von Daito-Ryu über Hakko-Ryu und KoKoDo bis hin zur heutigen Form. Das System benutzt die Hakko- Ryu/KoKoDo waza (Technik) Listen des Shodan-Gi, Nidan-Gi, Sandan-Gi, Yondan-Gi, Shihan-Gi, Kaiden-Gi und Sandaikichu-Gi, um daraus eine solide Basis zu erstellen für das weiterführende Verständnis und die weitere Entwicklung. Das Wissen und Können wird durch das vollständige Verstehen der Henka (Variationen) innerhalb der Standard- Techniken (Waza) erweitert. Weitere Fachkenntnisse werden durch das vollständige Verstehen der grundlegenden Prinzipien (Gensoku) gewonnen. Durch das Verstehen der Prinzipien (Gensoku) ist man befähigt, praktische Selbstverteidigung (Goshin) und Anwendungen (Oyo) selbst weiterzuentwickeln.Das Dentokan Ju-Jutsu stellt uns ein vollständiges Spektrum an Techniken zur Verfügung. Diese beinhalten Gelenkhebeltechniken (Kansetsu Waza), Wurftechniken (Nage Waza), Würgetechniken (Shime Waza) und Schlagtechniken (Atemi Waza). Diese Techniken, verbunden mit Variationen (Henka), Prinzipien (Gensoku) und mit praktischen Anwendungen (Oyo), ermöglichen einer Stufe gerecht angepasste Verteidigung eines jeden Angriffes. Die Antwort eines Verteidigers kann einfach nur ein Zurückhalten oder Festnageln des Gegners beinhalten, sodass er keinen erneuten Gegenangriff mehr starten kann. Ju-Jutsu ist eine Selbstverteidigung welche auf dem Schlachtfeld in Japan ihren Ursprung nimmt, aber immer noch anwendbar ist in der heutigen legalisierten Gesellschaft.

 

Philosophie

 

Dentokan vermittelt die Grundwerte der friedfertigen Selbstverteidigung. Die gegenseitige vertrauensvolle Meister-Schüler Beziehung ist die Basis einer Lernkultur, in welcher die jahrhundertealten Techniken korrekt und authentisch erlernt werden kann.

 

Auch der Meister bleibt Zeit seines Lebens selbst Schüler seines eigenen Meisters. Durch diese Lebenseinstellung kann er sich selbst ständig weiter entwickeln und seinen Schülern ein gutes Vorbild sein.

 

Die Drei Gründsätze des Dentokan

 

Idomazu – kein Herausfordern

 

Die Ausübenden sollen sich ohne Schwierigkeiten und ohne Gewalt entwickeln können. Dies ist auch die richtige Haltung beim Lösen von Problemen im und ausserhalb des Dojos (Trainingsort).
“Idomazu” ist die Haltung bzw. der Glaube an den moralischen Grundsatz der Friedfertigkeit.

 

Sakarawazu – keinen Widerstand entgegensetzen

 

In den Kampfkünsten ist das Mass der Kraftfreigabe sehr bedeutend. Die Ausübenden sollen nicht gegen die Kraft des Angreifers kämpfen. Durch die Gelassenheit ihres Geistes fokussieren sie auf ihre physischen Fähigkeiten und auf die Schwachstellen des Angreifers. Die “Sakarawazu”-Methode ist eine Kampfstrategie.

 

Kizu Tsukezu – kein Verletzen

 

In den Kampfkünsten ist die Kenntnis über die „besonders empfindlichen Körperstellen” (Tsubo) und die korrekte Anwendung der “Schläge” (Atemi) bis aufs höchste Niveau entwickelt worden. Die Schläge oder der ausgeübte Druck sollen die Schwachstelle des Angreifers hervorheben, ohne ihn zu verletzen. Die Aufmerksamkeit des Angreifers wird durch Zufügen von leichtem und kontrolliertem Schmerz in eine andere Richtung gelenkt. “Kizu Tsukezu” ist ein Grundsatz für zwischenmenschliche Beziehungen.

 

Das Bewusstsein des Dentokan

 

Dentokan akzeptiert alle Menschen gleich, es lässt keine Diskriminierung aufgrund von Haltung, Religion, Sprache, Herkunft oder Ausbildung zu. Die moralischen Grundwerte wie Respekt, Disziplin, Loyalität, Fleiss, Mut, Erfolg, Selbstvertrauen, Geduld und Treue sind die Basis der Lehre des Dentokan. Eigenschaften wie Eigenliebe, Eigennützigkeit, Selbstsüchtigkeit und Egoismus haben keinen Platz in unserer Schule.

 

Ein Meister der traditionellen Kampfkünste soll die oben genannten Eigenschaften vorleben und an seine Schüler weitergeben. So wird er Seelenruhe und Frieden vermitteln.

 

Die fünf Kampfkünste des Dentokan

 

Dentokan JuJutsu / Aikijutsu
Dentokan Aiki-Ju-Jutsu
ist eine traditionelle, dem Ju-Jutsu verwandte Kampfkunst, welche auf den japanischen Kaiser Seiwa zurückgeführt wird.Der aus der kaiserlichen Linie stammende General Minamoto Yoshimitsu soll die Kunst ausgeformt und optimiert haben. Das Kampfsystem, benannt nach Yoshimitsus Wohnsitz, wurde später unter der Bezeichnung Daito-Ryu bekannt.Die Kunst wurde über mehrere Jahrhunderte innerhalb des Takeda-Zweiges des Minamoto-Geschlechts als Familiengeheimnis trainiert.Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Daito-Ryu durch Takeda Sokaku erstmals öffentlich unterrichtet. Aiki-Ju-Jutsu bringt ihre Stärke, durch die richtige mentale Einstellung die Kontrolle über die Situation zu erlangen und so eine Überlegenheit zu gewinnen, um sich gegen mehrere Gegner erfolgreich und effektiv verteidigen zu können.Die Erfahrungen aus dieser kriegerischen Vergangenheit vermitteln uns die Werte und Prinzipien, um auch heute im hektischen Alltag Probleme und Herausforderungen zu meistern und so mehr Gelassenheit und eine höhere Lebensqualität zu erlangen.

 

Dentokan Goju Ryu Karate
Goju-Ryu
ist ein Karate-Stil mit lang zurückreichender Tradition, der besonders viele Elemente des ursprünglichen chinesischen Boxens des 17. bis 19. Jahrhunderts enthält. Der Name Goju-Ryu wurde von Chojun Miyagi (1888–1953) gewählt. Miyagi bezog sich bei der Auswahl des Stilnamens auf das lange Zeit geheim gehaltene Bubishi, in dem eine der „Acht Regeln des Faustkampfes ( kenpo no taiyo hakku) das lautet: „Alles im Universum atmet hart und weich ( ho goju donto).In den Jahren 1868/69 reiste Kanryo Higaonna nach Foochow in Südchina, wo er das System des „Weißen Kranich Kung Fu“ ca. 13-15 Jahre lang unter dem Meister Ryu Ryuko studierte. Higaonna hat diese Kunst dann zurück nach Naha auf Okinawa gebracht. Dieses Prinzip, das Zusammenwirken von harten und weichen Techniken, von Anspannung und Entspannung, wollte Chojun Miyagi in dem Namen Goju-Ryu zum Ausdruck bringen. Den Wechsel zwischen hart und weich bzw,zwischen Anspannung und Entspannung gilt es zu beherrschen. Wird eine Karatetechnik ausgeführt, so versucht der Karateka für den Bruchteil einer Sekunde die gesamte Körperkraft auf einen relativ kleinen Punkt seiner Gliedmaßen zu konzentrieren, um möglichst viel Energie schockartig auf den Körper des Gegners zu übertragen. In dem kurzen Augenblick des Kontaktes mit dem Gegner befindet sich der Körper des Ausführenden in einem Höchstmaß an Spannung. Direkt nach dem Auftreffen wird der Körper sofort wieder entspannt. Je kürzer die Zeit der Anspannung ist, desto größer ist die Schockwirkung der Technik.

 

Dentokan Shorin-Ryu Karate
Shorin-Ryu (Shaolin-Stil) Wörtlich Wäldchen-Stil) ist einer der zwei Grossen Karate-Stilrichtungsfamilien aus Okinawa und nicht als harter oder weicher Stil einzuordnen. Shōrin-Ryū entstand wahrscheinlich im Laufe des 19. Jahrhunderts auf Okinawa, noch bevor Karate in Japan bekannt war. Die Wurzeln dieses Stils lassen sich mehrere Jahrhunderte weit zurückverfolgen. Wer genau Shōrin-Ryū begründet hat, ist unklar, obwohl Shōrin-Ryū oft Sokon Matsumura (1792–1887) zugeschrieben wird. Er war Schüler von Sakugawa. Sein Karate ist stark von chinesischen Shaolin-Kampfkünsten geprägt. Sokon Matsumura hatte eine Reihe bedeutender Schüler, unter anderem Chotoku Kyan (Sukunaihayashi Ryu), der im Dezember 1870 in Shuri auf Okinawa geboren wurde und der die Entwicklung von Shōrin-Ryū stark beeinflusst hat. Er beeinflusste die Stile Matsubavashi-Ryu, Shobayashi sowie Sukunaihayashi Ryu.
Ein weiterer bedeutender Schüler von Matsumura war Itosu Yatsune (1830–1915). Er setzte sich für den öffentlichen Unterricht auch an Schulen der bis dahin geheimen Kunst ein und entwickelte zu diesem Zweck aus der Kata Kushanku die Pinan Katas. Sein Schüler Chibana Choshin (1885-1969) begründete den Zweig des Kobavashi-Ryu.
Shōrin-Ryū ist durch abwechselnd hohe wie auch niedrige Stände, eine natürliche Atmung und geradlinige wie auch kreisförmige Bewegungen gekennzeichnet. Es ist dadurch ein sehr explosiver und doch geschmeidiger Stil; ruhigen Techniken folgen schnelle, kraftvolle Techniken mit äußerstem Einsatz (Kime) an Körperspannung. Einige der Shōrin-Ryū-Stile sind darüber hinaus auch durch sehr subtile Bewegungen der Hüfte (Koshi) gekennzeichnet. Heute umfasst die Shōrin-Ryū-Familie viele Stile, unter anderem Kobayashi-ryū (Shorinkan, Shidokan, Tesshinkan und Kyudokan), Matsubayashi-Ryu, Matsumura Orthodox Shorin-ryu (Matsumura Seito), Shobayashi sowie Sukunaihayashi Ryu (Chotoku Kyan).
Auch das in Japan in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entstandene und weltweit sehr weit verbreitete Shotokan-Ryu geht auf Shōrin-Ryū zurück. Shotokan ist daher eine der jüngeren Stilrichtungen innerhalb des Karate, die sich heutzutage doch recht deutlich von den bekannten Shōrin-Ryū-Stilen unterscheidet. Verbunden mit der Schaffung des Shōtōkan war auch das Wettkampfkarate. Von Traditionalisten wird vielfach beklagt, dass viele der „wirksamen“ Techniken und das Wissen um deren Anwendung aus Okinawa nicht mit ins Shōtōkan übernommen wurde, um es wettkampffähig zu machen. Andererseits gibt es auch im Shōtōkan traditionsbewusste und auf Kampfkunst orientierte Formen des Karate (z.B.JKA oder SKID)

 

Dentokan Iaijutsu / Iaido

Das Dentokan Iai-Jutsu ist die originale Schwertkampfkunst der Samurai. Anfänger beginnen mit einem Holzschwert (Bokken), um Bewegungsabläufe zu erlernen. Beim Iai-Jutsu ist es wichtig sich auf die exakte und sichere Ausführung der Techniken zu konzentrieren und die Einheit von Körper, Geist und Schwert zu entwickeln. Präzises Üben ist notwendig um jeder Gefechtssituation gewachsen zu sein und angemessen reagieren zu können. Die älteste Bezeichnung für Iaido,heißt wörtlich die „Kunst des Schwertziehens“. Das kommt daher, dass das Ziehen und der erste Schnitt eine Bewegung sind. Bei entsprechender Ausführung des Bewegungsablaufes konnte der erste Schnitt auch schon tödlich sein. Das konzentriert den Zweikampf auf einen Moment, einen Schnitt. Daraus ist zu verstehen, dass die mentale Stärke des Samurai als kampfentscheidend angesehen wurde. In den 1960er-Jahren nahmen viele Kampfsportarten das -do an Stelle des -jutsu (Kunst, Kunstfertigkeit, Technik, Methode) in ihren Namen auf, um damit die geistige Seite des Übens gegenüber der reinen Technik aufzuwerten. So kam es zur heute üblichen Bezeichnung Iaido.Es wird hauptsächlich mit dem Bokken geübt, um Bewegungsabläufe zu erlernen. Diese Formen nennen sich Kata, wobei jede Kata-Form ein spezieller Ausschnitt aus einer realen Schwertkampfsituation ist.

 

Nuki Tsuke, das Herausziehen des Schwertes und der erste Schnitt Kiri Tsuke, weitere Schnitte
Chiburi, das Abschütteln von Blut Noto, das Zurückführen des Schwertes in das Saya

 

Iaido wird hauptsächlich allein ausgeführt. Jedoch um Aspekte des Abstandes (Maai) und des Bewegungsablauf-Tempos zu erlernen, werden Partnerübungen mit einem oder mit bis zu vier Gegnern durchgeführt. Zumeist wird das aus Sicherheitsgründen mit dem Bokken ausgeführt.

 

Im Iaido spiegelt sich die Zen-Philosophie wider. Man kämpft nicht gegen einen echten Gegner, sondern man „spiegelt“ sich selbst. Man versucht seine eigenen Fähigkeiten zu meistern und seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

 

Dentokan Kobu-Jutsu

Dentokan Kobu-Jutsu ist eine traditionelle Waffenkampfkunst und entstand im 16. Jahrhundert auf Okinawa (Japan). Zu dieser Zeit war das Tragen von Schwertern und anderen Waffen verboten. Um sich gegen die Angreifer verteidigen zu können, entwickelten die Bauern und Fischer Waffensysteme, bei denen sie unauffällige landwirtschaftliche Geräte und Werkzeuge zu gefährlichen Waffen umfunktionierten. Die so entstandene Kampfkunst wurde unter strengster Geheimhaltung trainiert und perfektioniert.

 

Oft wurde sie nur innerhalb der Familie weitergegeben. Der Schleier der Geheimhaltung wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts gelüftet. Das Dentokan Kobu-Jutsu gilt bis heute als traditionelle und unverfälschte Kampfkunst.

 

Beim Training werden die Grundtechniken mit verschiedenen Waffen, z.B. Bo, Nunchaku, Sai, Tonfa, Kama unterrichtet, ebenso wie Partnertraining und Kata. 

Grossmeister